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Originalfoto: Absolut Vision, unsplash.com

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Leder aus Hanf und Technologien für Medizin und Bau: „Hessen Ideen“ ehrt Gründerteams

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CardioIQ aus der Technischen Hochschule MIttelhessen und der Justus-Liebig-Universität belegt Platz 2. Der erste und dritte Platz gingen an Teams der TU Darmstadt und der Uni Kassel.

Eine Leder-Alternative aus Hanfabfällen, eine Technologie, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz bei der Auswertung von EKG-Aufnahmen hilft, und ein Tool, das die Ressourceneffizienz von Gebäuden zeigt: Diese Ideen haben in diesem Jahr beim Gründerwettbewerb „Hessen Ideen“ gewonnen. Wissenschaftsministerin Angela Dorn gratulierte den Teams aus der TU Darmstadt, der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Uni Kassel bei einer Online-Preisverleihung, die per Livestream übertragen wurde. 

 „Frische Ideen, innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle modernisieren nicht nur die Wirtschaft; sie schaffen auch neue Arbeitsplätze und vor allem Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Die diesjährigen Gewinnerteams lösen konkrete Probleme: Wie kann man lederähnliches Material umweltverträglich herstellen, wie die Krankenhäuser entlasten und Bauen nachhaltig gestalten? Mit dem Wettbewerb und vor allem der Preisverleihung möchten wir den präsentierten Ideen einen Schub verleihen, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Das große Netzwerk von Hessen Ideen bietet darüber hinaus die Möglichkeit, alle teilnehmenden Teams bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen. Denn wenn alle klugen und kreativen Köpfe ihr volles Potenzial entfalten, erschaffen sie Dinge, die uns bereichern und voranbringen. Nur so gestalten wir eine stabile Gesellschaft, die veränderungsfähig und damit auch zukunftsfähig ist.“ 

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhielten Montgomery Wagner, Julian Mushövel und Lucas Fuhrmann von der TU Darmstadt mit ihrem Projekt „LOVR“: Sie haben eine Lederalternative aus Reststoffen des Hanfanbaus entwickelt – pflanzlich, plastikfrei und biologisch abbaubar. Bei der Produktion setzen sie auf regionale Lieferketten und minimieren den ökologischen Fußabdruck durch den Verzicht auf umweltschädliche Chemikalien und wasserintensive Rohstoffe. Die Jury überzeugte besonders, dass es dem Team gelingt, einen im Markt problematischen Rohstoff durch eine deutlich umweltschonendere Alternative zu ersetzen und damit einen wachsenden Bedarf bei den potenziellen Kunden der lederverarbeitenden Unternehmen anzusprechen. 

Auf den mit 3.500 Euro dotierten zweiten Platz schafften es Nils Gumpfer, Joshua Prim und Sebastian Wegener von der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Justus-Liebig-Universität Gießen mit „CardioIQ“. Die Studierenden haben eine Technologie für schnelle und zuverlässige algorithmische Auswertung von EKG-Aufnahmen entwickelt. Das Tool erstellt ein qualitativ hochwertiges Risikoprofil der Herzerkrankungen des Patienten oder der Patientin mit Hilfe künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Datenbanktechniken. Dabei erkennt es auch solche Krankheitsbilder, für die bisher stationäre und aufwändigere Untersuchungen notwendig waren. So erhalten Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner auch ohne Krankenhaus-Ausstattung potenziell lebensrettende Zusatzinformationen. Die Jury überzeugte das Team mit seinen umfangreichen Kompetenzen und fundierten Expertenwissen. 

Den dritten Platz und 2.500 Euro erhielten Gerrit Herder, Dilan Glanz und Husam Sameer von der Universität Kassel für ihre Idee „SURAP“. Der Name steht für Sustainable Resource Application – ein Tool zur Bewertung der Klimawirkung und Ressourceneffizienz von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus. Auf Basis der digitalen Gebäudedaten quantifiziert und visualisiert „SURAP“ die Umweltfußabdrücke auf Baustoff-, Bauteil- und Gebäudeebene. So können Planende auch ohne Expertise in der Ökobilanzierung die Umweltwirkungen von Gebäuden in den verschiedenen Planungs-, Entwurfs- und Ausführungsphasen in Echtzeit im digitalen Modell analysieren und optimieren. Die ökologische Analyse von Bauprojekten wird zukünftig ein immer wichtiger werdender Standard in der Gebäudebewertung. Mit seiner Idee und der unternehmerischen Umsetzung kann das Team von „SURAP“ richtungsweisende Maßstäbe für den Immobilienmarkt setzen, so die Jury. 

Der Wettbewerb für Hochschulgründungsideen „Hessen Ideen“ fand in diesem Jahr zum sechsten Mal statt; teilgenommen haben 32 Teams aus 13 Hochschulen. „Hessen Ideen“ richtet sich an gründungsaffine Hochschulangehörige, die mit ihrer Idee für ein Unternehmen noch am Anfang stehen. Gutachterinnen und Gutachter hatten die Projekte bewertet, parallel stimmten die Userinnen und User online für ihre Lieblingsidee ab. Auf diese Weise kamen zwölf Geschäftsideen ins Finale und präsentierten sich vor einer Jury, die über die Preisträger entschied. 

„Hessen Ideen“ ist eine Initiative des Landes Hessen, der hessischen Hochschulen und hessischer Unternehmen. Mit den drei Säulen Hessen Ideen Wettbewerb, Hessen Ideen Stipendium und Hessen Ideen Hochschulnetzwerk sollen unternehmerische Ideen an den Hochschulen entdeckt und gefördert werden. Der Wettbewerb wird von der Universität Kassel und der TU Darmstadt koordiniert. Das Land Hessen unterstützt die Initiative „Hessen Ideen“ im Rahmen des Hessischen Hochschulpaktes bis 2025 mit 5,4 Millionen Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.hessen-ideen.de. 

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